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Notfallkarte

Wassereinbruch

Ursache finden · lenzen · krängen
abdichten – oder Notruf

Sofort

  1. Alarm – Crew wecken, Westen an.
  2. Lenzpumpen an – elektrisch und Handpumpe. Notfalls den Kühlwasser-Ansaug auf Innenbord umstellen.
  3. Probe schmecken: süß oder salzig?
    Süßwasser = undichter Wassertank – Tank leerpumpen, Pumpe aus. Salzwasser: Eintrittsstelle suchen.
  4. Seeventile und Schläuche prüfen – häufigste Ursache! Seeventile schließen.
  5. Krängen: Jacht so legen, dass das Leck an oder über die Wasserlinie kommt – der Wasserdruck lässt sofort nach.
  6. Abdichten (siehe rechts). Einrichtung notfalls aufreißen, um ans Leck zu kommen.

Woher kommt das Wasser?

  • Seeventile, Schläuche, Schellen
  • Stopfbuchse, Ruderlager, Log- und Lot-Geber
  • Fenster, Luken, Durchführungen
  • nach Grundberührung oder Kollision: Rumpf, Kiel

Behelfsmäßig abdichten

  • Holzpfropfen in schadhafte Seeventile oder Durchbrüche (passend an jedem Ventil anbinden!)
  • Kissen, Decken, Kleidung hineinstopfen und verkeilen
  • Leckschirm von innen durchstecken und außen aufspannen, Lecksegel außen über das Leck ziehen – der Wasserdruck presst beide an
  • Unterwasser-Epoxid, Klebeband als Ergänzung

Die Grenze: Seenotruf

Ist das Abdichten aussichtslos, lässt sich das Wasser nicht lenzen und die Jacht nicht auf Grund setzen:

  1. MAYDAY auf Kanal 16 absetzen
  2. Rettungsinsel, Notsignale, Wasser, Handfunk bereitlegen
  3. Das Verlassen der Jacht vorbereiten – aber erst gehen, wenn sie wirklich sinkt: „Steig nach oben in die Insel.“

Weitere Möglichkeiten

  • Nahe Küste: Jacht in flachem Wasser mit Sandgrund absichtlich auf Grund setzen.
  • Eimer-Kette: Mit Eimern schafft eine entschlossene Crew erstaunlich viel Wasser.
  • Motor laufen lassen, solange er Strom für die Pumpen liefert.
  • Hilfe früh anfordern – PAN PAN, solange die Lage noch beherrschbar ist.
Lenzpumpen (Standorte)
Holzpfropfen / Leckmaterial