Notfallkarte
Wassereinbruch
Ursache finden · lenzen · krängen
abdichten – oder Notruf
Sofort
- Alarm – Crew wecken, Westen an.
- Lenzpumpen an – elektrisch und Handpumpe. Notfalls den Kühlwasser-Ansaug auf Innenbord umstellen.
- Probe schmecken: süß oder salzig?
Süßwasser = undichter Wassertank – Tank leerpumpen, Pumpe aus. Salzwasser: Eintrittsstelle suchen. - Seeventile und Schläuche prüfen – häufigste Ursache! Seeventile schließen.
- Krängen: Jacht so legen, dass das Leck an oder über die Wasserlinie kommt – der Wasserdruck lässt sofort nach.
- Abdichten (siehe rechts). Einrichtung notfalls aufreißen, um ans Leck zu kommen.
Woher kommt das Wasser?
- Seeventile, Schläuche, Schellen
- Stopfbuchse, Ruderlager, Log- und Lot-Geber
- Fenster, Luken, Durchführungen
- nach Grundberührung oder Kollision: Rumpf, Kiel
Behelfsmäßig abdichten
- Holzpfropfen in schadhafte Seeventile oder Durchbrüche (passend an jedem Ventil anbinden!)
- Kissen, Decken, Kleidung hineinstopfen und verkeilen
- Leckschirm von innen durchstecken und außen aufspannen, Lecksegel außen über das Leck ziehen – der Wasserdruck presst beide an
- Unterwasser-Epoxid, Klebeband als Ergänzung
Die Grenze: Seenotruf
Ist das Abdichten aussichtslos, lässt sich das Wasser nicht lenzen und die Jacht nicht auf Grund setzen:
- MAYDAY auf Kanal 16 absetzen
- Rettungsinsel, Notsignale, Wasser, Handfunk bereitlegen
- Das Verlassen der Jacht vorbereiten – aber erst gehen, wenn sie wirklich sinkt: „Steig nach oben in die Insel.“
Weitere Möglichkeiten
- Nahe Küste: Jacht in flachem Wasser mit Sandgrund absichtlich auf Grund setzen.
- Eimer-Kette: Mit Eimern schafft eine entschlossene Crew erstaunlich viel Wasser.
- Motor laufen lassen, solange er Strom für die Pumpen liefert.
- Hilfe früh anfordern – PAN PAN, solange die Lage noch beherrschbar ist.
Lenzpumpen (Standorte)
Holzpfropfen / Leckmaterial