Grundberührung
Lage beurteilen
und frei kommen
Sofort
- Motor im Retourgang – solange die Jacht noch nicht fest sitzt.
- Crew prüfen: Verletzte? Westen an.
- Leck prüfen: Bilge, Kielbolzen, Ruder – dringt Wasser ein? Dann zuerst die Leck-Karte.
- Lage beurteilen – die vier Faktoren rechts.
- Freikommen – die Maßnahmen unten kombinieren.
- Rechtzeitig Hilfe anfordern (PAN PAN) – bei Gefahr MAYDAY.
Die vier Faktoren
| 🌊 Tide | steigend = gute Chance; fallend = sofort handeln, sonst stundenlang fest |
| 💨 Wind & Welle | auflandig drückt weiter auf – ungünstig; ablandig hilft |
| 🪨 Grund | Sand, Schlick: leichter frei, wenig Schaden · Fels, Korallen: schwer frei, rasch leck |
| 💥 Wucht | Bug hoch aufgelaufen: kaum aus eigener Kraft frei |
Freikommen – Maßnahmen kombinieren
Retourgang. Wind von vorn: Segel back stellen – sie drücken zurück. Sonst Segel bergen, damit der Wind die Jacht nicht weiter aufdrückt.
Tiefgang verringern: Crew auf eine Seite, Großbaum mit einer gesicherten Person ausschwenken, Fall zum Beiboot oder Anker.
Anker mit dem Beiboot ins tiefe Wasser bringen und die Jacht mit Winsch oder Ankerwinsch heranziehen.
Gewicht raus: Wassertanks leeren, schwere Ausrüstung ins Beiboot, Crew an Land oder ins Beiboot.
Oft kommt man über den Weg, auf dem man kam, am leichtesten frei – Bug in Richtung tiefes Wasser drehen.
Schleppleine auf mehrere Punkte verteilen (Hahnepot), mit dem Beiboot ausbringen – der Schlepper darf nicht selbst auflaufen. Bergelohn vorher klären.
Wenn nichts hilft
Bei fallendem Wasser: Jacht so legen, dass sie auf die richtige Seite fällt (zum Land, gut abgepolstert), Luken dicht – und auf das nächste Hochwasser warten.
Danach
Rumpf, Kiel, Ruder und Seeventile kontrollieren, Bilge beobachten. Ins Logbuch eintragen, Vercharterer bzw. Versicherung informieren.