Mann über Bord
Rufen · werfen · beobachten
zurück · aufnehmen
Sofort – in dieser Reihenfolge
- „Mann über Bord!“ laut rufen – Richtung zeigen.
Bei einer Übung: „Boje über Bord“. - Ruder zur Person legen – das Heck mit der Schraube dreht weg. Unter Motor: Getriebe auf neutral.
- Rettungsring und MOB-Boje sofort nachwerfen.
- Eine Person beobachtet nur die Person im Wasser und zeigt ständig auf sie.
- MOB-Taste am GPS/Plotter drücken.
- Motor starten – Leinen im Wasser? Rettungsleine bereitlegen.
- Keine Sicht mehr oder Person verletzt: MAYDAY auf Kanal 16.
Der Weg zurück
Im Zweifel: Segel bergen und unter Motor zurück – besonders mit kleiner oder unerfahrener Crew. Ein Aufschießer hält die Jacht nah bei der Person.
Quick-Stop (aus Am-Wind): sofort anluven und wenden, Fock back lassen, abfallen, halsen, aus Lee anluven. Ein Vollkreis ohne Segeländerung – die Jacht bleibt nah dran.
Oder sofort beidrehen.
Anfahren
Aus Lee langsam auf die Person zu (Aufschießer) und sie an der Leeseite aufnehmen – dort ist das Freibord niedriger und die Jacht treibt auf sie zu. Nie mit drehender Schraube nah heran.
Aufnehmen
- Neben der Person den Motor abstellen – Verletzungsgefahr durch die Schraube.
- Schwimmfähige Leine mit Schlaufe zuwerfen – festhalten oder Gurt einpicken, Person am Schiff sichern.
- An Bord holen: Badeleiter, Rettungstalje oder Groß-/Spifall mit Winsch – notfalls mit einem unter der Person durchgezogenen Segel.
Danach
Person liegend und warm halten, auf Unterkühlung und Schock achten. Bewusstlos, Atemnot oder lange im Wasser: ärztliche Hilfe über Funk.
Quick-Stop – so bleibst du nah dran
Vorbeugen: nachts und bei grober See außerhalb der Plicht immer eingepickt, Deck frei von Stolperfallen – und das Manöver mit der Crew üben.