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Checkliste an Bord

Ankern

Platz wählen, Anker setzen,
prüfen und sicher liegen

1Ankerplatz wählen

  • Guter Ankergrund: Sand oder Schlick halten gut – Seegras, Fels und Kies schlecht
  • Schutz vor Wind und Seegang – auch bei der erwarteten Winddrehung in der Nacht
  • Nicht zu tief – genug Platz für die nötige Kette
  • Genug Schwojkreis zu Ufer, Untiefen und anderen Jachten
  • Kein Ankerverbot, keine Kabel oder Leitungen
  • Fluchtweg bei Nacht und Winddrehung überlegt

Kettenlänge (guter Grund)

nur Kette3–5 × Wassertiefe
Trosse mit Kettenvorlauf6–7 × Wassertiefe
Trosse ohne Vorlauf8–10 × Wassertiefe

Schlechter Grund, viel Wind oder Seegang: mehr Kette. Wassertiefe bei Hochwasser rechnen. Ein Reitgewicht (10–15 kg) verbessert den flachen Zug am Anker – es ersetzt aber keine Kettenlänge.

Kettenmarkierung vorher prüfen; Kettenende im Kasten fest, aber lösbar belegt.

2Ankern unter Motor

  1. Anker klar, Kettenlänge festlegen, Rollen verteilen (Bug, Ruder), Handzeichen vereinbaren.
  2. Gegen den Wind an die gewählte Stelle, dort stoppen.
  3. Ganz langsam rückwärts – Anker fallen lassen, zuerst rasch, dann langsam Kette geben.
  4. Gewünschte Länge erreicht: Kette stoppen, langsam mehr Gas rückwärts, bis die Kette steif kommt – der Anker gräbt sich ein.
  5. Bei mittlerer Drehzahl prüfen: Landmarken querab bleiben stehen? Sonst Anker auf und wiederholen.
  6. Kettenstopper bzw. Ankerkralle mit Entlastungsleine setzen, Winsch entlasten.

3Ankern unter Segel

  1. Vorsegel bergen, gegen Wind oder Strom anlaufen.
  2. Mit einem Aufschießer an der gewählten Stelle zum Stehen kommen.
  3. Sobald die Jacht zurücktreibt: Anker werfen, rasch Kette geben, dann langsam bis zur gewünschten Länge.
  4. Stopper und Reitgewicht setzen, an Landmarken peilen, ob der Anker hält – zuletzt das Großsegel bergen.

4Nach dem Ankern

  • Ankerball (Tag) bzw. Ankerlicht (Nacht) setzen
  • Ankerpeilung nehmen, Ankeralarm am GPS setzen
  • Logbuch: Uhrzeit, Position, Tiefe, Kettenlänge, Wetter
  • Im Zweifel: Ankerwache einteilen

5Anker auf

  • Motor an, Instrumente an
  • Stopper und Reitgewicht lösen
  • Langsam zum Anker fahren, Kette ohne Zug einholen
  • „Auf und nieder“ melden – Anker ausbrechen
  • Anker sauber, klar und gesichert

Der Anker slippt – was tun?

  • Anzeichen: Peilung wandert, Ankeralarm, Kette ruckt.
  • Sofort Motor an, Crew wecken.
  • Mehr Kette stecken – oder Anker auf und neu ankern.
  • Wird es an der Leeküste eng: ablegen und freien Seeraum suchen.

Anker klemmt

Über die Sorgleine (mit Ankerboje) den Anker verkehrt herum herausziehen. Deshalb bei unklarem Grund immer eine Sorgleine setzen.

Enge Buchten: Buganker mit Landleine, bei wechselndem Wind oder Strom Vermuren (zwei Anker).